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Tipps gegen die Reise-Thrombose

Wer in den Urlaub fliegt oder im Bus verreist, muss lange sitzen. Unter Umständen steigt dabei die Thrombose-Gefahr – ein Risiko, das sich reduzieren lässt
von Alexandra von Knobloch & Sophie Kelm, aktualisiert am 15.10.2016

Ausreichend Wasser trinken: Im Flugzeug noch wichtiger als auf dem Boden

iStock/sjlocke

Enge Sitze, kaum Platz für Arme und Beine: Die An- und Abreise in den Urlaub ist oft ganz schön unbequem. Besonders für Risikopatienten kann langes, verkrampftes Sitzen sogar gefährlich werden. Denn es steigt die Wahrscheinlichkeit, eine Thrombose zu erleiden. Dabei bildet sich ein Blutpfropf, der ein Gefäß blockiert. Löst er sich und wandert er in die Lunge, kann diese sogenannte Embolie dem Organ schaden und sogar tödlich sein. Reisemediziner raten Urlaubern, Fahrten und Flüge abhängig vom persönlichen Risiko entsprechend zu planen.

Maßnahmen, welche die gesunde Blutzirkulation unterstützen, sind bereits bei längeren Bus- und Autoreisen sinnvoll. Vor allem im Flugzeug mit seinem niedrigen Luftdruck und der trockenen Luft kann Bewegungsmangel Probleme bereiten. Denn der Blutfluss stockt unter diesen Bedingungen schneller als am Boden.

Das Risiko richtig einschätzen

Zu den Risikopersonen für eine Reise-Thrombose zählen vor allem Menschen, die bereits einmal eine Thrombose oder eine Embolie hatten, die an einer schweren Krankheit  – etwa einer Herzschwäche – leiden, die kürzlich operiert wurden oder gerade einen Gips tragen. Wichtig ist die Thrombose-Vorbeugung aber auch für Schwangere, Patienten mit Krampfadern oder anderen Venenleiden, für Reisende, die älter sind als 60 Jahre sowie bei familiärer Vorbelastung für Blutgerinnsel. Rauchen, starkes Übergewicht sowie die Einnahme der Verhütungs-Pille oder von Hormonersatzpräparaten sind zusätzliche Risikofaktoren. Wir sagen Ihnen, wie Sie stundenlange Reisen am besten überstehen. Die Tipps beziehen sich aufs Flugzeug, eignen sich aber auch für Bus- oder Autofahrten.

Besonders wichtig sind regelmäßige kleine Bewegungseinheiten, damit das Blut nicht in den Beinen staut. Beim langen Sitzen verkrampft sich die Muskulatur. Ein paar Streckübungen lockern die Verspannung und unterstützen den Kreislauf, dem die dauernd abgeknickt verharrenden Beine zusetzen. Besonders angenehm: ein kleiner Spaziergang durch die Kabine. Selbst im Mittelsitz lässt sich einiges tun, um in Schwung zu kommen.

  • Fünf Übungen, um fit zu bleiben

Für den Blutfluss: Fersen vom Boden abheben, Füße auf die Spitze stellen. Bewusst die Fußspitzen auf den Boden drücken, sodass sich die Spannung in der Wade erhöht. Dann Füße über den Ballen auf die Ferse rollen und diese in den Boden drücken. 30- bis 50-mal in einer geshmeidigen Bewegung wippen.

Für die Beine: Die Füße etwas nach vorn und weit auseinander stellen. Die Beine ausschütteln, indem Sie die Knie aufeinander zu und voneinander weg bewegen.

Für die Wadenmuskeln: Oberkörper nach hinten neigen, Oberschenkel mit den Händen halten. Fuß etwas vom Boden heben und acht Mal in jede Richtung kreisen. Dann Seite wechseln.

Für lockere Füße: Das rechte und das linke Knie im Wechsel heben. Den Fuß in der Luft jeweils kurz über den Fußinnen- und Außenrand schaukeln, ohne das Knie mitzubewegen. 30-mal wiederholen.

Für Hüften und Rücken: Aufrecht sitzen. Das Becken nach hinten kippen. Der untere Rücken wölbt sich gegen die Lehne. Drei Sekunden halten. Dann das Becken nach vorne recken und ein Hohlkreuz machen. 15-mal.

Zusätzlicher Tipp: Beim langen Sitzen die Beine nicht überschlagen.

  • Wasser trinken

In der Flugzeugkabine herrschen statt der idealen 40 bis 60 Prozent nur maximal 15 Prozent Luftfeuchtigkeit. Auch der Luftdruck ist niedriger als am Boden. Deswegen verliert man beim Atmen und über die Schleimhäute mehr Flüssigkeit. Wer zu wenig trinkt, bei dem dickt das Blut ein. Zugleich dehnen sich die Venenwände aus: Das Blut versackt in den Unterschenkeln. Wasser oder Fruchtsaftschorlen in ausreichenden Mengen liefern die nötige Flüssigkeit nach. Alkohol zu trinken ist eine schlechte Idee: Durch die Höhe steigen Bier und Wein noch schneller zu Kopf. Außerdem weitet Alkohol die Blutgefäße, was die Blutzirkulation noch mehr stört.

  • Stütz- oder Kompressionsstrümpfe

Wer zu schwachen Venen neigt, kann für den Flug seine verordneten und angepassten Kompressionsstrümpfe tragen. Wer gesunde Venen hat, aber zu einer Risikogruppe gehört, kann die etwas schwächeren Stützstrümpfe aus der Apotheke anziehen.

  • Spezielle Medikamente

Patienten mit hohem Thrombose-Risiko sollten sich vor dem Urlaub mit ihrem Arzt abstimmen. Unter Umständen ist es für sie sinnvoll, gerinnungshemmende Medikamente einzunehmen, die einem Blutpfropf vorbeugen.

 

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Bildnachweis: iStock/sjlocke, Thinkstock/iStockphoto

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